Der Name hat eine Geschichte.
Ich habe vor zwei Jahren in Bad Cannstatt gelebt, und die Gegend hat eine Geschichte, an der die meisten Leute jeden Tag vorbeigehen, ohne davon zu wissen. 1984 ist ein Gelbkopfamazone seinem Besitzer in Stuttgart entwischt. Kurz darauf folgte ein zweiter. Die beiden Turteltauben haben sich gefunden, sich in den Parks rund um Bad Cannstatt niedergelassen und angefangen zu brüten. Heute sind es um die sechzig. Es ist eine der ungewöhnlichsten verwilderten Papageien-Populationen Europas. Und wahrscheinlich die einzige etablierte Wildkolonie von Gelbkopfamazonen auf dem Kontinent. Sie nisten in alten Platanen in den örtlichen Parks, und wenn du morgens kurz nach Sonnenaufgang durch den Cannstatter Kurpark gehst, hörst du sie, bevor du sie siehst. Was mich am meisten beeindruckt, ist die Entschlossenheit dieses ersten Papageis. Ein tropischer Vogel in Stuttgart ist, auf dem Papier, eine absurde Idee. Aber er ist geblieben, hat die Winter durchgestanden, einen Partner gefunden und sich ein Leben aufgebaut. Das hat etwas wunderbar Beruhigendes. Ein bisschen Biss, ein bisschen Glück, und plötzlich sieht das Unmögliche fast natürlich aus. Das Glück ist mit den Tüchtigen passt hier ganz gut. Oder weniger elegant ausgedrückt: Der glückliche Bastard hat einfach durchgehalten, und es hat funktioniert. Ich finde, das ist ein erstaunlich gutes Prinzip, um irgendetwas Lohnendes aufzubauen.